Freitag, 30. November 2012

Advent - Erinnerung an ein offenes Versprechen


Ich meine, wir sollten nicht mehr von Jesus Christus sprechen. Wir sollten uns angewöhnen, von Jesus, dem Christus, zu sprechen. Christus ist nämlich keineswegs der Familienname eines gewissen Jesus aus Nazareth. Christus ist vielmehr eine immer noch uneingelöste Verheissung. Christus ist Erinnerung an die Zukunft Gottes. Paradoxerweise ist der Christus, was uns mit den Juden verbindet und zugleich entzweit. Wir nennen ihn Christus, sie nennen ihn Maschiach/Messias. Leider reden wir seit zweitausend Jahren aneinander vorbei, wenn wir vom Christus/Maschiach reden. Wir behaupten: Jesus von Nazareth war's, sie sagen: Er war's nicht! Streiten verbindet, sagt man. Im Fall von Juden und Christen stimmt dies allerdings überhaupt nicht.
Wie wär es mit einem Kompromiss: Vielleicht war er's doch? Aber das müsste sich erst noch erweisen. Maranatha! Wir Christen haben uns etwas zu schnell von der Zukunft verabschiedet, als wir den Artikel, der Jesus und Christus verbindet/trennt, einfach gestrichen haben. Alles, was zählt ist schon geschehen: Christus ist auferstanden, wir sind erlöst, das war's! Und es gab eine Religion mehr.
In wenigen Tagen ist Advent. Advent ist mehr als Glühwein und baumelnde Weihnachtsmänner an Hauswänden und von Balkonen. Advent ist die Zeit, Gott daran zu erinnern, dass da noch eine Verheissung offen ist.Maranatha!

1 Kommentar:

Der Emil hat gesagt…

Advent ist hoffnungsfrohes Warten – jedenfalls bei mir (und ich bin nicht besonders religiös, gleich garnicht kirchlich; aber ich glaube).

Danke für die Erinnerung.